Wahrheit oder Pflicht

Nobody is, perfect. Doch wer bitte ist Nobody? Konnte der von Therence Hill gespielte Westernheld überhaupt lesen? Ist LRS wirklich angeboren? Vertragen sich Supermann und Supergirl  mit dem neuen E10 und wer wird bei Noahs Arche eigentlich verarscht?

Eltern jedenfalls freuen sich wirklich:

Quelle: Postkarte Edgar freecards

wenn ihre Sprösslinge in der ersten Klasse anfangen, die ersten eigenmotivierten Schreibübungen abzuliefern. Wenn gebildete Erwachsene dann noch Inhalt und Sinn der Fehler gespickten Ausführung erfassen können, sind schnell mal Glück und Zufriedenheit ins elterliche Gesicht geschrieben.

Und isch vais wofon isch raede.

Doch was passiert wenn das Fehlergestammel nicht aufhört? Was wenn der eigene Spross mit einer ausgewachsenen Lese- und Rechtschreibschwäche durchs Leben geht?

Wie verhalte ich mich wenn die Geburtstagskarte nach weiteren zwanzig Jahren immer noch schwer zu lesen ist? Ist LRS wirklich genetische bedingt?

Seit dem Herrenrassenwahn der Hitlerzeit, dank neuer Technik und automatischer Rechtschreibprogramme sind die Erwartungen an genetisches Erbgut weiterhin rechts hoch.  Weil „Erbgutgestrafte“ nicht so gern gesehen sind, verwandelt sich eine angeborene Wahrnehmungsproblematik in eine Krankheit für Amateure, Loser, verachtenswerte Wortverstümmler.

Zu Recht sagen die einen und reagieren mit Unverständnis auf sichtbares Unvermögen. Profis machen keine Fehler, deswegen sind sie ja Profis. Und Respektieren können wir solche Sprachvernichter auch nicht, schliesslich respektieren sie uns ja auch nicht, sie beleidigen unser Auge und die Deutsche Sprache, ….und, und, und. Fehler sind was für Loser, Anfänger und Amateure. Profis sind fehlerfrei.

Fehler sind gut und wichtig, sagen die Anderen.  Fehler schaffen Vielfalt und ermöglichen neue Erfahrungen. Wenn man aus ihnen lernt, sind sie der Anfang jeder Veränderung und Weiterentwicklung. Fehler sind gut, normal und man muss Fehler erlauben, zu lassen, einbauen damit die Gesellschaft sich entwickelt.

Okay, sage ich: Es gibt unterschiedliche Fehler. Manche Fehler kann man easy rückgängig machen, die lohnen die Aufregung nicht. Andere wiederum sind unkalkulierbar und irreparabel:  Fehler mit weitreichenden unverzeihlichen Folgen gilt es von vornherein zu verhindern, d.h. die damit verbundenen Risiken darf man als bewusster, verantwortlicher Zellhaufen eben einfach nicht eingehen. In einer fortgeschritten Gesellschaft gibt es ein verantwortliches „Risikomanagement und das nennt man dann „Fehlerkultur“.

Doch wie es aussieht, sind wir davon immer noch ganz weit weg.  Die üblichen Tendenzen sehen ganz anders  aus: Weitreichende Fehlerfolgen und die damit verknüpften Fragen werden viel lieber geleugnet, getilgt, verdrängt und führen ein Schattendasein in undichten Salzstöcken, gut versteckten Massengräbern oder  verschlossenen Zentralbanktresoren.

Es ist ein weitreichender Konfliktanalysegespräch Unterschied ob ich aktiv Radio höre, den Sender falsch einstelle und mich im Takt der Musik wiege, oder ob ich von falsch eingestellten Radioaktiven Sendungen höre, die mich und die Menschheit in scheinbarer Sicherheit wiegen.

Die Globelplayer, Sondergestellten und LeckmichamArschGiganten haben die Leugnung der Fehlerkultur perfektioniert und im Tresor platzen derweil ein oder zwei, vielleicht auch drei Nummernkonten aus allen Nähten.  Ob Drogenkartell, GEZ, Eon, oder die SchellFische von BP- das Business mit Abhängigen funktioniert immer dann am Besten wenn niemand daran rüttelt. Warum sollten sie etwas ändern, wenn es doch gut läuft. Menschen sind Gewohnheitstiere und nicht nur Legastheniker machen Fehler.

Und isch vais wofon isch raede.

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